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Morir“ von Sergi Belbel

Ein schlafloser Drehbuchautor sinniert über die Möglichkeit, Menschen im Moment des Sterbens die Chance zu geben, ein anderes, alternatives Leben weiterzuleben. So lässt er in verschiedenen Szenen mal brutal, mal komisch und auch melodramatisch sterben, weil ein Fixer durchdreht, ein Kind am Hühnerknochen erstickt und mehr. In spiegelbildlicher Reihenfolge lässt er diese Alltagskonstellationen noch einmal durchspielen, ändert die Verkettung, um dem Tod ein Schnippchen zu schlagen – ob das gelingt?
Vermeintlich wahllos sind Ausschnitte von Lebensgeschichten aneinandergereiht, wie in einem Traum, und doch, am Ende fügen sie sich zu einem positiv überraschenden Ganzen zusammen.
„Zufälle bestimmen das Leben – und das Sterben. Unvermeidlich erscheint einem oftmals der Fluss des Lebens – aber muss man in dieser Unvermeidlichkeit verharren?“   sagt der Autor Sergi Belbel, einer der bedeutendsten Gegenwartsdramatiker Spaniens über Morir, 1994.

Mitwirkende: Valentina Ansel, Bettina Faltz, Michael Horst, Christina Kondriniewicz, Tanja Krämer, Hans Kreisle, Anja Nickel, Manfred Rademacher, Winni Schramm, Mirela Stepanic, Eva Wolff

Regie: Sarah C. Baumann, Theater t-raum Offenbach





Das Schreibt die Presse

Bericht im Darstädter Echo:


Darmstadt 28.02.2017
Darmstädter Theater Profisorium bringt „Morir“ von Sergi Belbel auf die Bühne

Von Sibylle Maxheimer

DARMSTADT - Stühle, Whiskeyflasche, Telefon, Rollstuhl, Gehhilfe, Blaulicht – die elf Amateurschauspieler vom Theater Profisorium kommen bei ihrem Stück „Morir“ des katalanischen Autors Sergi Belbel mit wenigen Requisiten aus: Umso gehaltvoller und gewaltiger allerdings kommt ihr Spiel über Beziehungs- und damit Lebenskrisen rüber. Die semiprofessionelle Theatergruppe, die sich vor rund zwanzig Jahren gegründet hat und Mitglied im Verein Freie Szene im Theater Mollerhaus ist, bietet den Zuschauern eindringliche Dialoge wie Monologe unterschiedlicher Paare und damit Einblicke in deren ausweglos erscheinenden Lebensumstände.
Die Auseinandersetzungen dieser Menschen mit ihren individuellen Schicksalstragödien sind schwer zu verdauen, spiegeln sich in ihnen doch Leere, Traurigkeit, Leid, Sucht undEinsamkeit wider. Immer wieder blitzen von hier und dort aber auch Hilfe und Unterstützung auf. So sinniert der schlaflose Drehbuchautor, der jahrelang wie gelähmt war und keine mehr Idee zustande brachte, darüber nach, Menschen im Moment des Sterbens die Chance zu geben, ein anderes, alternatives Leben weiterzuleben. Damit will er dem „unausweichlichen Tod“ ein Schnippchen schlagen: Er lässt die Reihenfolge der Alltagssituationen wie im Schnelldurchlauf noch einmal rückwärts durchspielen, ändert dabei so manche Verkettung, um dem Ganzen eine positive Wendung zu geben. Bedroht ist nicht nur das Geschwisterpaar, das sich aus seinen familiären Problemen kaum zu lösen vermag, sondern auch die beiden Polizisten auf Streife, wie auch die tablettensüchtige „alte Verrückte“ am Telefon oder der hilflose Lehrer, der die Treppe hinabgestürzt ist und außer der Krankenschwester niemanden zum Reden hat. Alle scheinen auf ihre Weise in sich und ihrer Gedankenwelt gefangen zu sein und klammern sich ängstlich an die wenigen Hände, die ihnen entgegengestreckt werden.
TERMINE
Aufführungen von „Morir“ im Theater Mollerhaus im Exil, Hügelstraße 75, sind am Freitag und Samstag, 3. und 4. März, sowie 21. und 22. April jeweils um 20 Uhr. Am Samstag, 6. Mai, wird Morir um 20 Uhr aufgeführt, am Sonntag, 7. Mai, um 18 Uhr.

Informationen im Internet unter: www.theaterprofisorium.de oder www.theatermollerhaus.de. (max)
Der Autor Sergi Belbel sagte zu „Morir“: „Zufälle bestimmen das Leben – und das Sterben. Oftmals erscheint einem der Fluss des Lebens unvermeidlich. Aber muss man in dieser Unvermeidlichkeit verharren?“
Bravourös schlüpfen alle elf Mimen in ihre Rollen, durchleiden die abgrundtiefen Momente ihrer inszenierten Mitmenschen und muten dem Zuschauer tiefgehende Dialoge zu. Unter der professionellen Regie von Sarah C. Baumann vom T-Raum Offenbach ist ihnen damit ein abendfüllendes Bühnenstück gelungen, das unter die Haut geht und lange nachwirkt.




Eindrücke

Bilder: Theater ProfiSorium
 
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